Podiumsdiskussion
Dienstag, 9. Juli, 2013
Alte Hardware und Software muss archiviert, konserviert und restauriert werden. Sei es nun aus Gründen der Mediennostalgie, Medienarchäologie oder der schlichten Notwendigkeit, dass es immer noch Anwender (insb. in Wirtschaft und Verwaltung) gibt, die die Systeme seit Jahrzehnten nutzen. Im Verlauf der Vortragsreihe wurden die verschiedensten Sichtweisen aktueller Beschäftigung mit alten Computern vorgestellt. Die Bedingung der Möglichkeit für sie ist jedoch die Fortexistenz und Fachkenntnis der Systeme. Dieser haben sich die Diskutanten auf dem Podium unter ganz verschiedenen Vorzeichen verschrieben: Das Berliner Computerspielemuseum sammelt und stellt alte Spiele (Hard- und Software) mit großem Erfolg aus, um eine Kultur- und Mediengeschichte des Computerspiels erfahrbar zu machen (Homepage). Der Verleger Enno Coners gibt Monografie, Sammebände, Romane und Zeitschriften zum Retro-Computing heraus und prolongiert damit den Diskurs über diese Computer aus deren reichhaltiger publizistischer Vergangenheit in die Gegenwart. (Homepage) Der Verein zum Erhalt klassischer Computer e.V. (vertreten durch Andreas Paul), tut genau das, was sein Vereinsname schon sagt: „Ziel und Zweck des Vereins ist der Erhalt klassischer Computer. Die Computer werden bei Bedarf repariert und wieder einsatzfähig gemacht. Um die klassischen Computer einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können, werden Veranstaltungen wie die Classic Computing durchgeführt.“ (Homepage) Thiemo Eddiks kuratiert das operative Oldenburger Computermuseum. (Homepage) Auf dem Podium wird darüber zu diskutieren sein, mit welchen konkreten Mitteln hier am selben Objekt/Projekt gearbeitet wird, welche Zwecke und Möglichkeiten diese Arbeit verfolgt, vor welchen Schwierigkeiten sie steht - und warum alle drei Teilnehmer die Operativerhaltung (und nicht bloß das Sammeln alter und ggf. defekter Hardware und Software, wie es in etlichen Computermuseen praktiziert wird) ein wichtiges Anliegen ist. Den Zuschauern, die herzlich eingeladen sind, an der Diskussion teilzunehmen, wird so ein weiterer Einblick in die Vielfalt und Aktivität der „Szene(n)“ gegeben.
Teilnehmer: Andreas Lange (Kurator des Computerspielemuseums in Berlin), Enno Coners (Verleger im CSW-Verlag, der sich auf Retro-Computer-Publikationen spezialisiert hat), Andreas Paul (1. Vorsitzender des Vereins zum Erhalt klassischer Computer e.V.), Thiemo Eddiks (Kurator des Oldenburger Computermuseums) - Moderator: Dr. Stefan Höltgen
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Musik- und Medienwissenschaft
Fachgebiet für Medienwissenschaft
Georgenstraße 47
Medientheater (Raum 0.01 - Erdgeschoss)
Ort: Humboldt-Universität, Institut für Musik- und Medienwissenschaft
Tag: 9. Juli, 2013
Zeit: 18:00 Uhr